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08

Nov

2013

„Das ist die Lösung der Euro-Krise“

In der Debatte um den richtigen Weg aus dem Euro-Desaster hat sich ein Ansatz herauskristallisiert: die Einführung einer Doppelwährung. Doch wie soll das funktionieren? Der Ökonom Wilhelm Hankel, der ihn in seinem neuen Buch vertritt, erklärt den Ansatz.

Herr Professor Hankel, ist das tatsächlich die Lösung der Euro-Krise?

 

Hankel: Ja. Eine Lösung der Euro-Kri- se muß nicht nur ökonomisch funktio- nieren – sondern auch politisch. Öko- nomisch wäre durchaus auch anderes möglich, politisch nicht. Deswegen gibt es nur diese Lösung für die Euro-Krise: die Einführung einer Parallelwährung.

 

Sie schlagen das Konzept in Ihrem neuen Buch „Die Euro-Bombe wird entschärft“ vor.

 

Hankel: Es gibt zwei Wege, die Eu- ro-Bombe zu entschärfen: den Euro abschaffen oder gründlich reformie- ren. Zu ersterem hat kein Politiker den Mut. Außer vielleicht die Alternative für Deutschland, doch die hat bei der Wahl kaum fünf Prozent bekommen. Der Grund ist, daß unsere Bürger das vol- le Ausmaß der Euro-Krise noch immer nicht richtig verstanden haben. Glauben Sie mir, wäre das der Fall, hätte die AfD fünfzig Prozent der Stimmen bekom- men, mindestens! Leider ist dem nicht so und somit gibt es keine politische Ba- sis für eine Abschaffung des Euro. Somit bleibt nur seine Reform. Ich schlage den „Euro-Plus“ vor: die Ergänzung des Euro um eine nationale Währung in jedem Euro-Land, so wie wir sie früher hatten.

 

Also eine Rückkehr zur D-Mark!?

 

Hankel: Ja, aber eben plus dem Euro!

 

Wie soll das funktionieren, zwei Währungen parallel in einem Lande?

 

Hankel: Ganz einfach. Es gibt eine Währung für den Alltag, in dieser er- halten wir unseren Lohn, kaufen im Su- permarkt ein, das ist die jeweils natio- nale Währung, also D-Mark, Drachme, Franc etc. Und es gibt den Euro mit einer Doppelfunktion: erstens hält er die Euro-Zone zusammen, indem er als Umrechnungsfaktor von Währung zu Währung dient; zweitens ist er Euro- pas sicherstes Anlage- und Vermögens- geld, denn er schützt jeden Bürger, wenn Inflation und Abwertung der eigenen Währung sein Erspartes bedrohen, vor Wertverlust und Ausplünderung.

 

„Euro als Zweitwährung ist der Mark allein überlegen“

 

Die nationale Währung wäre also als Münz- und Scheingeld physisch verfügbar, der Euro nur noch ein virtuelles Buchgeld, eine Verrechnungseinheit ?

 

Hankel: So würde es vermutlich sein, aber eigentlich ist das nicht die Frage. Denn wie Löhne, Renten und andere Zahlungen zu leisten sind, hängt ja nicht von Münzen und Scheinen ab. Über neunzig Prozent dieser Zahlungen er-

folgen unbar, nämlich giral von Konto zu Konto. Man kann den neuen Euro wie seinen Vorgänger, den ECU, des- halb als reines Giralgeld fortführen. Man könnte ihn aber auch wie bisher weiter zirkulieren lassen – nach dem Muster des alten ECU in Luxemburg. Entscheidend ist, daß jedes Land die Währung erhält, die zu seiner Volkswirtschaft paßt und ihren realwirtschaftlichen Bedürfnissen gerecht wird.

 

Wenn schon zurück zur D-Mark, warum dann überhaupt noch den Euro? Früher ging es doch auch ohne.

 

Hankel: Ich sagte bereits: Er hält die Euro-Zone zusammen und garantiert allen Bürgern der Euro-Zone einen zu- sätzlichen Inflationsschutz für ihre Er- sparnisse. Jeder Sparer kann so bei na- tionaler Inflation in den von dieser un- berührten Euro „flüchten“, oder aber er „verläßt“ den Euro, wenn ihm seine na- tionale Währung, wie etwa im Fall ihrer Aufwertung gegenüber dem Euro – so was kann es auch geben – Vorteile bietet.

 

Warum ist das die Lösung der Euro-Krise?

 

Hankel: Der jetzige Euro ist wie ein An- zug für alle: für Große, Kleine, Dünne, Dicke. Paßt er dem einen, paßt er dem anderen nicht. Der Euro-Plus dagegen ist wie ein Maßanzug für jedes Land und seine Probleme.

Inwiefern?

 

Hankel: Derzeit läßt der „zu schwache“ Euro im Norden der Euro-Zone immer mehr Ersparnisse besorgter Bürger in „totes Kapital“ abfließen: Statt in neue Unternehmungen, Arbeitsplätze, Inno- vationen, die künftigen Wohlstand schaf- fen, wird das Geld aus Furcht vor der Krise in bereits bestehende Alt-Werte wie Gold, Immobilien oder sichere Ak- tien investiert. Das aber erzeugt weder Wachstums- noch Innovationsimpulse: Wer Häuser, Gold oder Aktien kauft, schafft keine neuen Werte, er übernimmt bestehende. Wir sehen bereits die Folgen: Jeder neue Konjunkturaufschwung auch in Deutschland ist bereits schwächer als der letzte. Der Süden der Euro-Zone wiederum leidet unter dem für ihn „zu harten Euro“. Er ist für ihre schwachen Volkswirtschaften zu stark. Sie können ihn nicht abwerten, um ihre Produkte in der Euro-Zone und am Weltmarkt erfolgreich absetzen zu können. Folg- lich verdienen sie auch zuwenig Euro, um ihre Schulden zahlen zu können. Im Gegenteil: Sie machen ständig neue, indem sie kommerzielle Schulden, die sie schon hatten, in neue gegenüber den diversen „Rettungsfonds“ und der EZB verwandeln. Der Süden braucht eine Währung, die er abwerten kann,

damit er seine Konkurrenzfähigkeit zu- rückgewinnt und seine inneren Struk- turprobleme lösen kann. Mit der Wie- dereinführung nationaler Währung kann jedes Euro-Land seine Probleme selber lösen. Was wir in Europa brauchen, ist die Abkehr von der Vorstellung „einer Lösung für alle“.

 

„Euro-Plus wäre dem Nord-Süd-Euro überlegen“

 

Da bei Wiedereinführung der nationalen Währungen die D-Mark gegenüber dem Euro stark aufwerten würde, hätten wir Deutsche allerdings keinen Nutzen vom Erhalt des Euro als Zweitwährung.

 

Hankel: Für deutsche Sparer würde es sich in der Tat nicht lohnen, ihr Geld in Euro anzulegen. Für Griechen, Spani- er, Italiener oder Franzosen aber schon. Dennoch, da der europäische Währungs- zusammenhalt erhalten bliebe, könnten vor allem dem deutschen Export schäd- liche Kampf-Abwertungen gegen die D- Mark leichter ausgeschlossen werden. Dazu kämen die Vorteile auf dem Feld der Europa-Politik.

 

Nämlich?

 

Hankel: Zunächst: Mit dem Euro- Plus schützt sich Deutschland vor dem Vorwurf, den Euro aus nacktem natio- nalen Egoismus aufgegeben zu haben. Deutschland darf ja bekanntlich alles sein, nur nicht „anti-europäisch“ oder gar „nationalistisch“.

Dem Vorwurf würde man auch anders ent- gehen: mit der Aufteilung der Euro-Zone in einen Nord-Süd-Euro. Wäre das nicht die klarere Lösung?

 

Hankel: Im Gegenteil: Er würde das Chaos in Europa vergrößern. Es gäbe statt der monetären Zweiteilung inner- halb der EU eine Dreiteilung, innerhalb Europas sogar eine Vierteilung: zwei Eu- ro-Zonen, eine Nicht-Euro-Zone; da- zu kämen außerhalb der EU die mone- tär unabhängigen Länder, wie Schweiz, Norwegen oder Rußland. Der große eu- ropäische Charme des Euro-Plus-Pro- jekts liegt darin, daß er EU und Rest- Europa zusammenführt und die beste- henden Währungsgräben beseitigt: Dem Euro-Plus-Raum könnten alle 18 alten Euro-Staaten, die zehn bisherigen EU- Nicht-Euro-Staaten sowie die monetär gänzlich unabhängigen Staaten Europas beitreten. Sie alle hätten und behielten ihre nationalen Währungen und wären doch über den Euro miteinander ver- bunden. Diesem Verbund könnten also auch Rußland, die Schweiz oder Norwe- gen beitreten. Der Euro-Plus wäre also eine kräftige Vital-Spritze für das in der Euro-Krise zerbröckelnde Europa!

 

Sie reklamieren, mit dem Euro-Plus würde der Verfassungsbruch beendet, in den uns die Euro-Rettung geführt hat.

 

Hankel: Der „Arbeitsvertrag der EU“, kurz AEUV, verbietet den fiskalischen Beistand von Euro-Ländern für ande- re Euro-Länder aus Mitteln ihrer Steu- erkassen und Budgets, Stichwort „No- Bailout“. Jetzt aber hebelt die Geldpo- litik der EZB diese Bestimmung aus. Indem die EZB die Schulden der Kri- senstaaten durch massive Geldschöpfung und durch die Euro-Rettungsfonds über- nimmt. Das ist glatter Verfassungsbruch, gegen den das Bundesverfassungsgericht hoffentlich in den noch laufenden Pro- zessen demnächst vorgehen wird.

 

Was wird denn aus der Euro-Rettung?

 

Hankel: Die wird nicht mehr gebraucht, denn die Euro-Krise wäre vorüber! Je- des Euro-Land wäre, wie im Maastricht- Vertrag vorgesehen, wieder für sich selbst verantwortlich und auch in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen. Was al- lerdings notwendig bliebe, ist eine Re- gelung der Euro-Altschulden. Denn die durch die bisherige Euro-Rettung aufge- laufenen Schuldenberge wären ja nicht über Nacht verschwunden. Da müß- te man sich zusammensetzen und eine Lösung à la Pariser oder Londoner Club finden, wie in den Fällen Argentinien, Mexiko oder Ukraine.

 

Würde bei deren Wiedereinführung der deutsche Export nicht unter der dann star- ken D-Mark einbrechen?

 

Hankel: Dieses „Argument“ war schon früher falsch, heute ist es noch falscher als damals. Deutschlands Exportwirt- schaft profitiert mehr denn je vom Rück- griff auf Ressourcen aus dem Ausland: Rohstoffen, Zulieferern, ausgelagerter Produktion. Dieser billige Ein- und Zu- kauf nivelliert durch seine Kostenein- sparungen jede etwaige aufwertungsbe- dingte Verteuerung deutscher Produkte im Ausland. Zudem zeigt der Rückblick auf die D-Mark-Aufwertungen der sieb- ziger Jahre, daß auch damals unser Ex- port nicht geschrumpft ist, sondern ge- wachsen, obwohl wir damals viel weniger ausländische Zulieferer hatten als heute.

 

Mal ehrlich, im Grunde ist Ihr Euro-Plus doch nichts anderes als die Rückkehr zum ECU des Europäischen Währungssystems EWS, wie wir es schon bis 1999 gehabt ha- ben. Im Klartext: Euro-Plus ist die Abschaf- fung des Euro zugunsten seiner Vorstufe.

 

Hankel: Warum denn nicht, wenn die- se Vorstufe die Höchststufe des realisti- scherweise zu Erreichenden war und bis heute geblieben ist! Die damaligen Poli- tiker kannten die Grenzen des in Europa Machbaren, die heutigen nicht. Diese

haben sich in die Idee des gemeinsamen Geldes verrannt als Vorstufe und Motor für einen Großstaat Europa: die Vereinig- ten Staaten von Europa als Gegenstück zu den USA. Doch die Rechnung geht doppelt nicht auf. Weder schafft sich das Geld seinen Staat – es ist seit über 3.000 Jahren umgekehrt! Jeder Staat schafft sich Geld. Noch läßt sich aus dem vielfachen Kultur- und Sprachenraum Europa ein Einheitsstaat à la USA formen – eine Wahnvorstellung sowohl „vaterlands- loser“ wie „geschichtsloser“ Eurokraten. Denn mit jedem nationalen Geldschein verbindet sich auch ein Stück nationaler Identität, Geschichte und bürgerlicher Kultur. Nicht umsonst gab Lenin den Seinen den Rat: „Zerstört das Geldwe- sen – und ihr zerstört diese Gesellschaft.“ Die Europa-„Ingenieure“ scheinen ihn zu befolgen. Jetzt müssen sie lernen, daß es ohne Währungsvielfalt und Währungskonkurrenz nicht weiterge- hen kann. Genau das tut der Euro-Plus: ein gemeinsames Währungssymbol nach außen, das interne Reparaturen in den EU-Staaten nicht ausschließt.

 

„Die Euro-Rettung scheitert, der Euro-Plus kommt“

 

Wird der Euro-Plus wirklich kommen?

 

Hankel: Ja. Denn selbst wenn unsere Politiker wild entschlossen sein sollten, die bisherige Euro-Rettung unter allen Umständen fortzusetzen, irgendwann fliegt ihnen der Laden um die Ohren. Man kann es nicht oft genug sagen: Das Schlimme am Euro war, ist und bleibt die Eliminierung des Krisenrisikos. Staa- ten, die niemals kreditwürdig waren oder es werden konnten, wurden es mit dem Euro über Nacht. Mit der Ersetzung der nationalen Währungen durch den Euro wurden also die nationalen Schulden- bremsen demontiert. Denn bei der Ver- schuldung, die Griechen, Spanier etc. in den letzten Jahren aufgebaut haben, wären sie eigentlich abgestürzt. Dank des Euro ist das nicht passiert, weil der vor allem von der deutschen Wirtschaftskraft stabil gehalten wurde, und so konnte die Verschuldung ungebremst weitergehen. Übrigens, in den ersten sieben Jahren des Euro haben die deutschen Banken zwei Drittel der deutschen Ersparnisse in diese Länder als Kredite exportiert. Damit hat der Euro die enorme Verschuldung dort weiter angeheizt. Jetzt versucht die EZB den enormen Schuldenberg abzubauen, indem sie Geld in unvorstellbarer Men- ge druckt. Das aber ist das perfekte Re- zept für Inflation. Nein, dieser Wahnsinn kann nicht ewig weitergehen. Und des- halb bin ich ganz sicher, früher oder spä- ter kommt eine Lösung der Euro-Krise über den Euro-Plus.

 

Interviewer: Moritz Schwarz

Veröffentlicht: JUNGE FREIHEIT, Nr. 46/13, 08.11.2013

 

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Kommentare: 18
  • #1

    Fred Ruegg (Donnerstag, 12 Dezember 2013 08:22)

    Leider bin ich erst heute auf diesen Artikel gestossen. Ich bin begeistert. Ich bin nur ein Hobby Denker, aber so bin ich schon einige Zeit, i.e vor 08,11,2013 auf eine fast gleiche Loesung gekommen, angeregt von Thomas Mayer in FAZ wo er fuer Griechenland eine zwei Waehrungsloesung vorschlug aber sehr schlecht ankam. Die Grossfinanz i.e. US Fed.,Bank of E, BIZ, IMF wuerden sich aufbaeumen! Obwohl ja die Chiniesen schon immer mit unzaehligen inoffiziellen Lokalwaehrungen uns Dumme umgehen.Ich habe die Idee auf verschiedenen Blogs in FAZ, Spiegel,CH Tagesanzeiger uam dargelegt,aber wie hier, wurde total ignoriert.
    Europa hat ja hier eine einmalige chance, der Welt voran mit Deutschland, riesen Weltriegen und Not, besonders fuer unsere Nachkommen, auszuweichen.
    Doch zuerst muss Europa eine Buergerdemokratisch - Politische Konfoederation zusammenbringen in der die Stimmbuerger verlangen koennen Vorschlaege der Parlamente und Regierungen abzuaendern und das letzte Sagen zu haben. Ich hoffe Andreas Popp durch den ich auf Sie gestossen bin will auch in diese Richtung gehen, Erst wenn der Stimmbuerger die politische Macht beherrscht, Kann ein Zweiwaehrungssystem angegangen warden. Das stelle ich mir so vor: Jede Nationale Waehrungen unter Nationalen ZB's nur fuer Inlandwertschoepfung aus eigener Arbeit und eigenen Naturguetern wie Land etc zulaessig. Euro-plus unter EU-plus ZB wird nur als Export/Importwaehrung zulaessig fuer Inner EU wie ausser EU Aktivitaeten. National ZB's setzen Kurs zu Euro-plus von Zeit zu Zeit nach Notwendigkeit fuer Export/Import, und unabhaengig von E-plus ZB nach EU-plus Vereinbarungen.
    Hoffe fest, Prof Hankel setze sich durch bei "Wissensmanufaktur" Freunden, auch fuer Ent-Privatiersierung aller Naturgueter mit Bezahlungen nur fuer deren Be- und Abnutzungan an bezuegliche Nationalgemeinschaften.
    Andere solche Zonenstrukturen waehren ueber Zeit wohl wuenschbar, wie zB Nordamerika, Suedamerika,Afrika,Ostasien,Suedasien??

  • #2

    Oli (Sonntag, 15 Dezember 2013 21:09)

    Das Interview war sehr imformativ. Das Problem das der Euro hat, mit einer Zweitwährung die man auf- bzw. abwerten kann zu lösen ist plausibel. Wenn man es so weiter betreibt wie bisher sehe ich es genauso wie Prof. Hankel, dass das ganze System weiter schweren Krisen ausgesetzt sein, bzw. das ganze in einer Katastrophe enden wird. Europa wird noch größere Probleme bekommen wenn es so weiter geht.

    An dem Satz:

    "Übrigens, in den ersten sieben Jahren des Euro haben die deutschen Banken zwei Drittel der deutschen Ersparnisse in diese Länder als Kredite exportiert."

    sieht man was auf die Menschen in Europa und Deutschland zukommt.

    Wenn die schwachen EU-Staaten die diese Kredite bekommen haben, dann nicht mehr zurückzahlen können, dann werden die Menschen, die ihre Ersparnisse genau für diese Kredite zur Verfügung gestellt haben, genau diese verlieren. Das wird vermute ich jetzt noch positiv gesagt zu einigen Verstimmungen führen.

    Die Politik sollte zu Ihren Fehlern stehen und diese beseitigen. Nur so wie es zur Zeit läuft wird der Karren gegen die Wand gefahren.

  • #3

    Marcel Gruss (Montag, 23 Dezember 2013 15:44)

    Es ist beruhigend, daß Sie nicht verhehlen, was eigentlich die volkswirtschaftlich-ordnungspolitische und für Deutschland verfassungskonformste Lösung wäre:
    das Ende der globalistischen Verarmungsunion ohne "wenn und aber".

    Nun diese Lösung, um allen gerecht zu werden und die ideologische Ignoranz der politischen Klasse zu durchbrechen. Ein sicherlich wissenschaftlich genialer Schachzug, um das Schlimmste doch noch zu verhindern und die grundsätzlich positive Wirtschaftsgemeinschaft nicht gleich mit dem "europäistischen" (Schachtschneider) Bade auszuschütten.

    Ich befasse mich mit dieser schicksalhaften Thematik, seit ich in 2002 über das Buch
    "Die Euro-Klage" gestolpert bin. Zum Glück.
    Man kann Ihnen und den anderen Euroklägern kaum genug für Ihr vernunftsbasiertes Engagement danken.
    Bleiben Sie bitte am Ball und unterstützen Sie nach Möglichkeit fachlich-beratend die AfD bzw deren Beirat, wobei ich mir nichts anderes vorstellen kann und die furchtbar desinformierte Mainstream-Presse ja auch nicht alles erfahren muß!

    Ich würde mich freuen, wenn Sie die tapferen Bemühungen des Herrn Spethmanns, die katastrophalen Folgen des Euros für Deutschland und die völlige Verzerrung des eigentlich maßgebenden, EG-konformnen "Wettbewerbs zu Standortkosten" seit 1998, zu entlarven, noch einmal ausdrücklich aufgreifen würden;
    mir scheint es kommt nämlich gerade in der öffentlichen Diskussion, so sie denn stattfindet, zu kurz, daß Deutschland schon weit vor der "Finanz/-Eurokrise" strukturell geschädigt wurde und daß das falsche Spiel der zentralistischen Franzosen/IWF nicht oft genug erwähnt werden kann.

    Soviel republikanische Staatsraison darf und muß sein. Bismarck hatte und hat mit seinem Bonmot völlig recht. Es gibt nur Interessen zwischen Staatskörpern; die Annäherung nach dem Weltenbrand und im Ost-/Westkonflkikt darf hier als notwendige temoräre Ausnahmen gelten.
    Aber ohne souveränen Nationalstaat keine Republik,keine Währung(Ihr "Massanzug"!), keine Demokratie, kein Massenwohlstand, kein gesamteuropäischer Fortschritt.
    Aber wem sage ich das!

    Bleiben Sie gesund und haben Sie ein frohes Fest!

  • #4

    Thomas Meyer (Sonntag, 19 Januar 2014 02:35)

    Ich bin so traurig um den Tod des vordenkers der Eurokritiker, auch wenn die meinen eine Partei zu sein. Seine Vorraussagen werden zutreffen wie immer.. leider.

    Thomas

  • #5

    Thomas (Sonntag, 19 Januar 2014 04:37)

    ps: ich suche den liberalen, ökonomischen teil dieser partei. gibts den überhaupt ?

  • #6

    Marcel Gruss (Sonntag, 19 Januar 2014 10:53)

    Ein Held der Bonner Republik, ein Herzensdeutscher und aufrechter Europäer ist von uns gegangen. Ich konduliere den Anverwandten und Mitarbeitern. Sein wirtschaftswissenschaftliches Erbe wird reiche Frucht tragen, wenn WIR es nur wollen.

    "...Das absehbare Scheitern der EWU würde das Ende von Europas Integration einleiten- mit Konsequenzen, die noch nicht abzusehen sind. 15.Die dt. Politik träfe an diesem Rückschlag schwere Mitschuld. Sie hat ... die Abschaffung der DM - des stabilsten und populärsten Geldes deutscher Geschichte- ohne zureichenden Gund, abwägen der Folgen und demokratische Legitimation betrieben: gegen den erklärten Willen der Bevölkerung, gegen eindeutig formulierte Stabilitätsauflagen des BvfGs und gegen ...den begründeten Rat von führenden Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Jetzt verweigert sie sich dem Nachdenken über eine mögliche Schadensb egrenzung, die darin bestehen könnte...es beim immer noch möglichen Nebeneinander von nationalen Währungen und Euro zu belassen.
    Ein solcher 'Parallelstandard' würde es erlauben ... nachzudenken über die unerlässlichen Reformen und eine künftige Staatlichkeit, in welcher Form auch immer. Die Defizit der Währungsunion könnten... im 'Atmen' der wieder beweglich gemachten Wechselkurse aufgefangen werden. Der Euro würde ... als akzeptierte Recheneinheit und Wechselkursbezugsbasis der 'geretteten' europäischen Währungen über Nacht stabil.... Der alte Kontinent hätte doch noch aus seinem Jugendstreich ein 'Modell Europa" gemacht, das aller Welt(wirtschaft) als Vorbild dienen könnte.

    Wilhelm Hankel, 2001
    "Die Euro-Illusion" rororo

  • #7

    Deutscher (Sonntag, 19 Januar 2014 11:33)

    Mein herzliches Beileid den Hinterbliebenen.

    Er war ein aufrichtiger, streitbarer Mann und ein bedeutender Kämpfer gegen die heraufziehende neue Diktatur. Als solcher wird er in die Geschichtsbücher künftiger Zeiten eingehen.

  • #8

    Deutsches Ehepaar (Sonntag, 19 Januar 2014 13:56)

    Wir trauern mit und wünschen allen Verwandten und Freunden alles Gute und Kraft für die Zukunft.

    Prof. Wilhelm Hankel war aus unserer Sicht ein wahrhaftiger Deutscher, der politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich wie ein Fels für uns stand.

    Prof. Wilhelm Hankel hat uns mit deinen Beträgen sehr geholfen zu verstehen. Dieses Verständnis lebt nun weiter ud wird sich SEHR verbreitern. Herr Prof. Wilhelm Hankel hat meines Wissens noch nichts falsch gedeutet und gesagt.

  • #9

    Jürgen (Sonntag, 19 Januar 2014 14:46)

    Mit Hochachtung verneige ich mich vor diesem Mann.
    Mögen mehr Menschen mit Einfluss und Wissen sich mutig auf Ihr Gewissen stützen, wie Wilhelm Hankel es tat.

    Danke Herr Hankel, und viel Trost seinen Angehörigen.

  • #10

    Stefan Böck (Sonntag, 19 Januar 2014 17:52)

    "Es gibt Menschen, die laut polternd auf sich aufmerksam machen. Und es gibt feinfühlige und tiefsinnige Menschen, welche durch Intelligenz und beständiges Nachdenken Beachtung finden." - aus dem Online-Nachruf des KOPP-Verlages, 19.01.2014

    Mögen Sie, Herr Professor, nun Ruhe finden, oder gar aus dem Hintergrund weiter die Fäden ziehen. Herzlichen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz für jene Menschen, die Ihre Ansichten zum Großteil nicht einmal kannten, weil bedächtige Mahner Ihres Formats in diesen schrillen Tagen kaum Beachtung finden (dürfen) ...

  • #11

    Eve (Sonntag, 19 Januar 2014 21:05)

    Dem vorigen Kommentar kann ich mich nur anschließen....
    Von Herzen Danke lieber Hr. Hankel für Ihren Einsatz!
    Den Angehörigen und Freunden wünsche ich Kraft und Hoffnung!

  • #12

    Robert (Sonntag, 19 Januar 2014 21:29)

    Ich möchte Prof. Hankel für seinen unermüdlichen Einsatz zur Aufklärung interessierter Bürger danken. Ohne seine Vorträge, Interviews und Beiträge in Zeitungen, hätte ich die Probleme unserer Währung und die damit verbundenen Herausforderungen für die europäische Staatengemeinschaft nicht hinterfragt. Er hat damit einen wesentlichen Beitrag für die Souveränität der Staaten Europas und die aufgeklärte Bürgergesellschaft geleistet.

  • #13

    Kurt E. (Montag, 20 Januar 2014 07:12)

    Es gibt im Leben eines Menschen leider ein Ereignis, das nicht aufzuhalten ist. Das Ableben Herrn Prof. Dr. Hankels aber ist einer von den tragischen Momenten, der mich zutiefst bewegt und vor einer Zukunft ohne diesen Kämpfer stark erschaudern lässt; sein Kampf ist ja nicht nur ein Kampf für die deutsche Nation, sondern indirekt auch ein Kampf für die Freiheit und damit ein Beitrag hin zu möglichem Glück aller Menschen gewesen.

    Er ruhe in Frieden!

  • #14

    Günter (Montag, 20 Januar 2014 07:36)

    Es tut mir aufrichtig leid, dass Herr Prof. Dr. Hankel für immer von uns gegangen ist. Er war einer derjenigen, die für das gute Deutschland
    stehen und durch seinen Sachverstand den Widerstand vieler provozierte ohne darunter seine Geradlinigkeit zu verbiegen. Es ist eine Schande, wie wenig Notiz die Medien vom Ableben dieses großen Deutschen genommen haben.

  • #15

    Michael (Montag, 20 Januar 2014 13:55)

    Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschen! Sie waren als einer der wenigen übrig geblieben, die das große Ganze betrachtet haben und nicht wie sonst leider heute üblich nur ein Teilaspekt der Ökonomie, in der nur Zahlen zählen und nicht der Mensch als solches! Seine Art, komplizierte Dinge auf einfache Art rüberzubringen, verdient Respekt. Mein tiefstes Beileid an die Hinterbliebenen!

  • #16

    Gerhard (Montag, 20 Januar 2014 22:46)

    Selten hat mich der Tod eines Menschen derart erschüttert. Ich bin tieftraurig. Wilhelm Hankel war eine große und rechtschaffene Persönlichkeit, dessen unermüdlicher Einsatz für ein freies und prosperierendes Europa der Vaterländer mich tief beeindruckt hat. Sein leidenschaftlicher und unablässiger Kampf gegen den Euro hat das Potenzial, zur Legende zu werden. Dieser Kampf war nicht nur eine Sache der ökonomischen Vernunft, sondern auch der moralischen Verpflichtung. Ich zolle ihm höchsten Respekt dafür, dass er in all den Jahren nicht zynisch geworden ist. Mit aller Kraft und Wahrheitsliebe vermochte er all jenen Menschen eine Stimme zu geben, die keine große Lobby hinter sich wussten. Mich tröstet, dass er trotz einer ebenso beschämenden wie entlarvenden Missachtung durch die politischen Meinungsführer auf die Unterstützung und Bewunderung zahlreicher Bürger und Mitmenschen vertrauen konnte. Mir persönlich hat er im Jahr 2010 Augen und Sinne für die Eurokrise geöffnet, als ich selbst mitten im Studium der Volkswirtschaftslehre stand. Seine umfassende Bildung und sein reicher Erfahrungsschatz waren Gold wert. Wilhelm Hankel wird mir in bester Erinnerung bleiben nicht nur als bemerkenswerter Ökonom, sondern vor allem als großer Patriot und Europäer. Danke für alles!

  • #17

    Mittweidaer (Donnerstag, 23 Januar 2014 20:20)

    Erst heute habe ich vom Tod von Prof. Hankel erfahren und bin erschüttert, dass uns dieser große Mann verlassen hat. Leider hält es die Systempresse nicht für nötig, diesen Mann so zu würdigen wie andere die sich ähnliche Verdienste erworben haben.

    Er hatte das, was vielen heute fehlt: Den Mut die Dinge beim Namen zu nennen. Vielen Dank für Ihr Engagement Prof. Hankel!

  • #18

    willy winzig (Freitag, 24 April 2015 15:06)

    Wie es scheint erhält der geniale Herr Professor Wilhelm Hankel, posthum recht!
    SchaDie EZB plant eine Zweit Währung für die Schuldenländer. Das ist erst der Anfang. Schade das Er das nicht mehr miterleben kann. Möge er in Frieden Ruhen

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